Metamour

Ein Metamour ist die Partnerin oder der Partner deiner Partnerin bzw. deines Partners — also ein Mensch, mit dem du selbst keine romantische Beziehung führst, der aber über eine gemeinsame Bezugsperson mit dir verbunden ist.

In polyamoren und offenen Beziehungen sind Metamours ganz alltäglich — und gleichzeitig gibt es für diese Verbindung in unserer Sprache lange kein Wort gegeben. Das ist kein Zufall: Was nicht benannt werden kann, lässt sich schwer gestalten. Der Begriff schafft hier Klarheit, denn die Beziehung zu einem Metamour ist eine eigene Beziehung mit eigenen Fragen: Wie viel Kontakt wollen wir? Wollen wir uns überhaupt kennenlernen? Was tun, wenn Sympathie fehlt — oder wenn Eifersucht im Spiel ist?

Es gibt dabei kein richtiges Modell. Manche Metamours werden enge Freund:innen und bilden gemeinsam so etwas wie eine Wahlfamilie (manchmal „Polykül“ genannt). Andere begegnen sich freundlich-distanziert oder gar nicht — auch das kann eine bewusste, gute Entscheidung sein. Entscheidend ist nicht die Nähe, sondern dass die Beteiligten ihre Erwartungen kennen und aussprechen.

Schwierig wird es meist dann, wenn unausgesprochene Erwartungen aufeinanderprallen: Die eine wünscht sich ein herzliches Miteinander, der andere braucht Abstand — und die gemeinsame Bezugsperson steht dazwischen. Genau hier hilft es, die Metamour-Beziehung nicht als Nebensache zu behandeln, sondern als das, was sie ist: ein Teil eures Beziehungssystems.

In meiner Beratung für offene und polyamore Beziehungen ist Raum für genau diese Fragen — ohne dass du deine Beziehungsform erst erklären oder rechtfertigen musst. Polyamorie-Beratung >