RSD (Rejection Sensitive Dysphoria)

RSD (Rejection Sensitive Dysphoria) bezeichnet eine besonders intensive, oft körperlich spürbare emotionale Reaktion auf tatsächliche oder vermutete Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung — ein Erleben, das viele Menschen mit ADHS kennen.

Wichtig zuerst: RSD ist keine offizielle Diagnose, sondern ein Beschreibungsbegriff aus der ADHS-Forschung und -Community. Aber er beschreibt etwas sehr Reales. Wer RSD erlebt, kennt das: Eine beiläufige Bemerkung, eine unbeantwortete Nachricht, ein kritischer Blick — und innerlich bricht etwas zusammen. Die Reaktion fühlt sich nicht wie „gekränkt sein“ an, sondern wie ein Sturz: überwältigend, schnell, kaum steuerbar. Von außen wirkt sie oft unverhältnismäßig — von innen ist sie schlicht überwältigend.

Für Beziehungen ist RSD eine echte Herausforderung. Partner:innen erleben, dass ein harmlos gemeinter Satz eine heftige Reaktion auslöst, und verstehen nicht, warum. Die betroffene Person schämt sich hinterher oft — und beginnt, Situationen zu vermeiden, in denen Ablehnung auch nur möglich wäre. So entsteht ein Kreislauf aus Rückzug, Missverständnissen und Selbstvorwürfen.

Das Hilfreichste an dem Begriff ist die Entlastung, die er bringt: Was sich jahrelang wie „ich bin zu empfindlich“ oder „mit mir stimmt etwas nicht“ angefühlt hat, bekommt einen Namen und einen neurologischen Zusammenhang. Von dort aus lässt sich arbeiten — mit Selbstmitgefühl statt Selbstverurteilung, und mit Absprachen, die beiden Seiten in der Beziehung gerecht werden.

In meiner ADHS-Beratung nach dem LIMES-Konzept schauen wir gemeinsam auf solche Muster — nicht als Defizit, sondern als etwas, das verstanden und gestaltet werden kann. ADHS-Beratung >